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vonGammCom Global Revue - Issue #19: Mindshare, Marketshare und heiße Luft

"Die am wenigsten wissen gehorchen am besten." - Dieser Gedanke kam mir in letzter Zeit häufiger. Und
vonGammCom Global Revue - Issue #19: Mindshare, Marketshare und heiße Luft
Von Dr. Christoph v. Gamm • Ausgabe #19 • Im Browser ansehen
“Die am wenigsten wissen gehorchen am besten.” - Dieser Gedanke kam mir in letzter Zeit häufiger. Und so werden viele Jobs und Studiengänge nach dem “Need to Know”-Prinzip inzwischen geschnippelt. Nur das wissen müssen, was unbedingt erforderlich ist, jedoch keinen Streich mehr. Erstaunlicherweise ist die beste Praxis zum Beispiel im Militär genau andersherum, dies ist im Konzept  der Bundeswehr verankert und ist - fast - immer noch so gehandhabt. Kurz gesagt heißt das daß Soldaten zwei Dienstgrade über ihrem Einsatzgrad ausgebildet werden: Feldwebel können ohne weiteres Hauptleute für eine gewisse Zeit ersetzen, Offiziere durchlaufen Stabsoffizierslehrgänge und Stabsoffiziere können schnell als Generäle nachrücken. Warum? Weil sie ein erweitertes Wissen über die Zusammenhänge erhalten. Das Gegenteil geschieht inzwischen gerade in  Konzernen in Deutschland mit der sogenannten Berufsakademieausbildung, die als Versprechen hat daß man schnell innerhalb von drei Jahren eine berufsbegleitende Ausbildung erhält und dann sofort einsatzfähig ist. Und den Rest lernt man ja dann eh “lebenslang” oder “on the job”. Das mag schon sein, doch das was man dort am meisten gelernt ist zu gehorchen. Und wenn morgen der Chef sagt daß der Himmel grün ist ist er halt grün. Ich habe genug solche erlebt und es ist leicht denen alles zu erzählen, sie glauben es brav und plappern nach ohne nachgedacht zu haben. Kritisch hinterfragen: Fehlanzeige. Klappt natürlich eine Zeitlang gut, bis es kritisch wird. 
Themenwechsel: Ich habe vor zwei Jahren dank eines guten Freundes auf einen Apple iMac  gewechselt. Und es ist wirklich sehr angenehm weil das Gerät sehr gut funktioniert und im Vergleich zu meinem Windows 10 Laptop selten “down” ist. Sogar Backups funktionieren recht gut und Viren hat es so gut wie keine. Apple liefert gute Produkte, jedoch: man erkauft es inzwischen mit einem seltsamen Preis. So hat Apple nun angekündigt, seine iCloud Keys von China aus verwalten zu lassen. Ja. Sie haben das richtig gelesen: Die Firma, die dem FBI beim San Bernardino Shooting durch zwei islamistische Attentäter im Dezember 2015 nicht die iCloud Keys herausgegeben hat gibt sie nun der chinesischen Regierung. Denn die gewährt Steuererleichterungen. Paßt zum Hauptlieferanten von Apple Foxconn, der in China 18-Stunden-Schichten bei Sechstagewochen feiert und die Leute in Schlafsäle verfrachtet wo es zwischen den Stockwerken Netze gespannt haben soll die vor Selbstmord schützen, denn der Freitod ist dort eine der wenigen Möglichkeiten rauszukommen. Die iCloud Keys werden übrigens verbunden mit der UserID des (chinesischen) Nutzers und diese wiederum ist mit einem “Social Score” gekoppelt. Das heißt: Wer brav und linientreu ist darf dann auch eine Kreditkarte haben und so. Und wer nicht darf halt nicht mehr einkaufen. Die Idee eines “global social score” ist übrigens schon in der Mache und wird in China pilotiert. Wundern Sie sich also nicht. 
Warum hat jemand Erfolg? Marketshare follows Mindshare. So habe ich das von meinem Kumpel Jörg bei einem großen IT-Konzern gelernt. Dummerweise muß man für den Marketshare mehr schaffen als hohle Begriffsnummern wie “E-Business”, “on-Demand” oder “Cognitive”, man muß dann schon auch noch liefern. Den Trick des Heißlufterzählens ohne zu liefern hat man vom Marxismus abgeschaut. Denn die machen das ja schon lange. Hierbei schufen sie ab Mitte der 60er Jahre eine Parallelwelt von Begriffen die sie neben die eigentlichen Termini gesetzt haben: “Ökologie” statt “Ökonomie”, “Gender” statt “Geschlecht”, “Umwelt” statt “Natur”, “Solidarität” statt “Beistand”, “Gesundheitsvorsorge” statt “Krankenhilfe”, “Verteidigungshaushalt” statt “Rüstung”, “Sicherheitskonferenz” statt “Wehrkundetagung”… Doch dieses Kartenhaus fällt auch gerade in sich zusammen, denn heiße Luft entsteht nur dadurch indem ihr Energie anderer Leute zugeführt wird. Und die wenden sich ab. 
Sie haben sich vielleicht schon mal gefragt warum ich diesen Bogen von Politik über IT, Cybersecurity, Talentsuche, Kultur und am Schluß Musik und Playmates spanne? Nun, es hat alles miteinander zu tun. Beispiel Musik: Haben Sie eigentlich schon mal etwas vom Millennial Whoop gehört? Bestimmt nicht, aber Sie haben IHN gehört, den Millenial Whoop, tausendfach dröhnt er Ihnen im Radio entgegen, bei Werbungen, überall. Er ist das Erkennungszeichen heutiger Popmusik. Und dieses, kombiniert mit einigen weiteren Themen schafft es daß heutige Musik einfach nur noch gräßlich, austauschbar, widerwärtig und doch süchtigmachtend tönt. Doch diese Austauschbarkeit schafft vor allem eines: sie killt wahre Innovation. Wieder einmal. Es scheint ein Zeichen der Zeit zu sein. Achja, ich habe mir übrigens schwer getan, ein Playmate mit Löckchen zu finden, also so wie Carole King. Ich habe es nach längerer Suche aufgegeben, ich glaube die Damen müssen auch austauschbar sein und Löckchen sind halt zu individuell. Grüße übrigens an Gordo, er hat als Bid Director alle Sonderlocken in den Deals die er mit mir gestrickt hat brav rausgekämmt und erst danach haben wir wieder welche eingepflegt. Fokus ist da auch wichtig. 

Die Revue gibt es wie üblich auch als Videocast. 

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Dr. Christoph v. Gamm

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